Nachrichten aus der Selbsthilfe
- 2010
- Welttag der Behinderten am 03.12.2010(02.12.2010)
Am 3. Dezember ist der Welttag der Behinderten. Dieser Gedenktag wurde 1992 von den Vereinten weiter - Welt-Aids-Tag am 01.12.2010(01.12.2010)
Am Welt-Aids-Tag steht die Solidarität mit Menschen mit HIV/Aids im Mittelpunkt. Die Kampagne der weiter - Ankündigung: Symposium Lunge 2011(10.11.2010)
„COPD und Lungenemphysem“ Von der Diagnose bis zur Lungentransplantation Welche weiter - Welt-Rheumatag / World Arthritis Day(12.10.2010)
Der Welt-Rheuma-Tag wurde 1996 von der Arthritis and Rheumatism International (ARI) ins Leben weiter - Tag der Zahngesundheit 2010:(25.09.2010)
Das Motto zum Tag der Zahngesundheit 2010 (wie immer am 25. September) hat dieses Jahr auch etwas weiter - Welt-Alzheimertag - der 21. September(21.09.2010)
Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die weiter - Was ist der Deutsche Lungentag?(09.09.2010)
Der Deutsche Lungentag ist eine jährlich fortlaufende Aktion mit folgenden weiter - Am 09. September ist Tag des alkoholgeschädigten Kindes(09.09.2010)
Zum heutigen „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“: Deutsche Kinderhilfe fordert Sanktionen bei weiter - Buchtipp: Seele in Not - Diagnose Bipolar II(18.07.2010)
Seele in Not. Nichts könnte die Gefühlslage eines Menschen, der an akuter Depression erkrankt weiter - Am 14. Juni 2010 ist Weltblutspendertag(14.06.2010)
Blut ist ein knappes Gut – die Blutspendedienste würden sich freuen, wenn sich mehr Menschen weiter - Am 6. Juni ist wieder Sehbehindertentag(06.06.2010)
Ich sehe so, wie du nicht siehst – Verschiedene Formen von Sehbehinderungen ist das diesjährige weiter - Jedes Jahr am 31. Mai: Welt-Nichtrauchertag(31.05.2010)
Der Welt-Nichtrauchertag wurde am 31.5.1987 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen und weiter - Medienwelt stimmt auf Welt MS Tag ein(26.05.2010)
Große Ereignisse werfen mitunter große Schatten voraus. Dies gilt ganz gewiss für den Welt MS weiter - Welt-Hepatitis-Tag / World Hepatitis Awareness Day(19.05.2010)
Weltweit leidet einer von zwölf Menschen an chronischer Hepatitis B oder C. Die wenigsten wissen weiter - 2009
9. Geburtstag der SHG Lungenemphysem - COPD Deutschland(05.11.2009)
Aus anfänglich fünf Teilnehmern dieser Organisation (Selbsthilfegruppe SHG ) sind es – acht weiter
Symposium Lunge 2009 - der Erfolg hält an(05.10.2009)
Am 3. Oktober 2009 fand in Hattingen, Ruhr (NRW), das Symposium Lunge 2009 statt. Es stand unter weiter- Symposium Lunge 2009(21.08.2009)
Symposium Lunge 2009 „COPD und Lungenemphysem“ Welches sind die entscheidenden weiter - 2008
Welt-AIDS-Tag(01.12.2008)
Erstmals wurde dieser Tag von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. Inzwischen haben die weiter- Welt-COPD-Tag(21.11.2008)
Der diesjährige Welt-COPD-Tag findet am 19. November statt Frei durchatmen – für viele weiter
5. Leverkusener Schlafforum(27.10.2008)
Am 25. Oktober 2008 fand in der Villa Wuppermann in Leverkusen-Schlebusch das 5. Leverkusener weiter
Gründung Parkinson-SHG in Ichenhausen(14.10.2008)
Seit Juli gibt es für Parkinsonbetroffene und deren Angehörige im Landkreis Günzburg eine weiter
Alpha1-SHG in der Espan-Klinik(14.10.2008)
Im Rahmen des Schulungsprogramms für Selbsthilfegruppen konnte die Espan-Klinik, weiter- 11. Deutscher Lungentag 2008(30.09.2008)
Die bundesweite Jahresveranstaltung des Deutschen Lungentages e.V. ist im Monat September weiter - Symposium Lunge 2008 am 13.09.08(15.09.2008)
Am 13. September 2008 fand in Hattingen, Ruhr (NRW), das Symposium Lunge 2008 statt. Es stand unter weiter
COPD-Angehörigenworkshop(15.09.2008)
Im Rahmen des Symposiums Lunge 2008 in Hattingen fand unter der Leitung von Dr. Helmut Berck, weiter
Adipositastag am 23.08.09(25.08.2008)
Am 23. August 2008 fand in der Stadthalle Dinslaken der zweite Adipositastag statt, der vom weiter
Buchtipp: Seele in Not - Diagnose Bipolar II
(18.07.2010)Seele in Not. Nichts könnte die Gefühlslage eines Menschen, der an akuter Depression erkrankt ist, passender umschreiben. Und doch gibt es auch hier viele Formen der Depressionserkrankungen. Bipolar 2 ist eine davon. Meistens vergehen zehn bis zwölf Jahre, bis die Diagnose Bipolar 2 überhaupt gestellt wird. Denn Bipolarpatienten sind Lebenskünstler. Sie leben entgegen dem normalen Rhythmus.
In Zeiten der Depression sind sie, wie alle Depressionspatienten, leidend, schwer zu erreichen, voller Selbstzweifel und Anklagen gegen sich selbst. Sie torpedieren nicht nur hilflos ihr eigenes Leben, sondern auch das des gesamten Umfeldes. Sie nehmen es wahr, sehr genau sogar und können es doch nicht verhindern. Und so wird der Leidesdruck immer größer, die Angst die Arbeit, die Freunde, die Familie, den sozialen Status zu verlieren, wächst mit.
Denn in ihren Hochphasen, die leider oft irrtümlich dann als gesunde Phasen gesehen werden, da sind die Bipolar-2-Betroffen in Höchstform. Sie leisten Unglaubliches. Sie bewältigen spielend mehrere Jobs zugleich, benötigen selten mehr als drei Stunden Schlaf. Ihr Umfeld bestätigt sie in diesem „Fehlverhalten“. Denn verheerend ist, was zwangsläufig passiert. Je höher der Patient geflogen ist, desto tiefer stürzt er ab. Ein verheerender Kreislauf, den es zu unterbrechen gilt.
Aber welcher Patient möchte im Mittelmaß leben, wenn er doch so hoch hinaus kann. Nicht selten sind Hochleistungssportler und Menschen in Führungspositionen betroffen. Wie ein Adler steigen sie in schwindelerregende Höhe und wie ein Stein stürzen sie von einem Moment zum anderen wieder ab.
Robert Enke hat seine Entscheidung getroffen. In einem Moment, vielleicht nur in einem kleinen Augenblick. Warum? Das weiß nur er ganz allein. „So diskutieren wir, wie so viele andere auch, über das Recht auf Selbsttötung, die Pflicht zu leben“, so die Autorin Zanne van den Geest. „Plötzlich sah Michael mich an. ‚Ob ich mich auch irgendwann einmal vor den Zug werfe? Ist das ein schneller Tod? Er hat es jetzt gut. Es ist für ihn vorbei.‘ Dann sah Michael wieder aus dem Fenster. So, als habe er keinen Satz mit Tragweite gesagt. Wieder so ein Satz, einfach so dahingesagt und auch wieder nicht. Ich weiß, dass er sich immer wieder mit dem Gedanken getragen hat. Immer wieder in all den letzten Monaten, in denen wir gegen eine Krankheit kämpfen, die mit unfairen Mitteln agiert. Die völlig unvorbereitet zuschlägt. Das Leben aus den Fugen reißt. Von einem Moment zum nächsten. Und nichts, so scheint es uns, können wir dagegen tun. Der Tod von Robert Enke wird noch oft wie ein Damoklesschwert über uns schweben, unser Leben erschüttern. Nein eigentlich nicht sein Tod. Die Entscheidung, wie er sich das Leben nahm. Die Zuggleise, die auch an der Klinik vorbeiführen, die werden zu einer Bedrohung für uns werden. Werden uns schlaflose Nächte kosten. Uns in Angst und Schrecken versetzen. Immer und immer wieder. Und doch können wir nichts dagegen tun. Wir leben und sind verdammt es zu ertragen.“
Das Buch „Seele in Not“ mit dem Untertitel „Diagnose Bipolar II“ beschreibt den Krankheitsverlauf sehr genau und erklärt viele Mechanismen, die sich durch das Nichtstellen der richtigen Diagnose automatisieren. Immer noch werden die Patienten alleine gelassen. Werden mit Diagnosen von Burn out, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörung und Depression abgespeist, von einer psychosomatischen Kur und Therapie zur nächsten weitergereicht. Zwangsläufig ohne erkennbare Erfolge.
„Als das Telefon früh morgens um sieben klingelt, ahne ich gleich nichts Gutes. Michaels Nachbarin bittet um Hilfe. Keine zehn Minuten später betrete ich Michaels Wohnung und erstarre. Michael sitzt, völlig verschreckt und zitternd auf der Couch. Hält seine Hände abwehrend vor sich. Murmelt immer wieder, dass er wohl vom Teufel besessen ist, dass er Angst hat, nicht weiß, wo er nun hin soll. Er schaut mich mit weit aufgerissenen Augen an. Was auch immer hier passiert sein mag, das Endergebnis ist eine Katastrophe. Michaels Leben ist aus den Fugen geraten. Das Immunsystem seiner Seele hat versagt.“
Seele in Not. Nichts könnte die Gefühlslage eines Menschen, der an Depression leidet, passender umschreiben. Hilfe? Wie und wo kann die stattfinden? Verständnis. Wie lange kann man es haben? Wut? Darf man diese fühlen? Soll man Kontakt halten? Wenn ja, wie viel? Lieber nicht? Was dann? Wo bekommt man schnelle Hilfe? Fragen über Fragen.
Wir alle, Eltern, Angehörige und Freunde verlieren den Boden unter den Füßen. Wir alle werden katapultartig aus unserem gewohnten Leben geschleudert. Mit der neuen und harten Realität konfrontiert. Und wir werden alle, unabhängig voneinander, die Erfahrung machen, dass wir mit unseren Nöten, der Verzweiflung, der Trauer, der Ratlosigkeit, der Wut und der Hilflosigkeit ziemlich alleine sind. Wir durchleiden jedes Tief hautnah mit. Wir wollen helfen, unterstützen und sind doch in unserer Hilflosigkeit auch schier am Verzweifeln.
„Ich will nicht mehr leben.“ Nur ein Satz. Zitternd sind wir alle voller Angst durch diese Tage gegangen. Haben uns vor Angst übergeben. Und konnten doch nur abwarten. Hilflos. Und hoffen, dass Michael sich nichts antut. Er irgendwie durchhält. Wie oft haben wir Robert Enke verflucht. Nein, nicht ihn, eher seine Entscheidung, sein Leben auf den Zuggleisen zu beenden. Michael kann von seinem Klinikbett aus einen Zug vorbeifahren sehen. Jeden Tag, wenn er alleine und verzweifelt draußen seine Runden dreht, kommt er an den Bahngleisen vorbei. Ruft mich an, weiß nicht, ob man sich längs oder quer davor legen muss. Ich höre den Zug kommen und mein Herz bleibt stehen. Angst frisst meine Seele auf. Mein Herz schlägt bis zum Anschlag. Der Zug fährt vorbei.
„Um die Diagnose stellen zu können, muss man diese Krankheit und ihren Verlauf verstehen und erkennen. Nur dann ist es möglich, die Betroffenen aufzufangen und zu therapieren“, so Zanne van den Geest. „Und man muss auch ein gutes soziales Umfeld haben, um nicht in der geschlossenen Station zu laden und sich der Willkür von anderen klaglos zu beugen.“ „Und weil ich selbst seit Jahren einen Leidensweg mit allen Höhen und Tiefen hinter mir habe und erst nach 10 Jahren die Diagnose Bipolar bestätigt auf dem Tisch liegen habe, habe ich mich entschieden, meine Geschichte zu erzählen. Schonungslos und offen. Denn wie mir ergeht es vielen Menschen und die an Depression erkrankten Menschen werden immer mehr. Tendenz steigend. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch vielen Angehörigen hilft, auch Ärzten und Schwestern, mit dieser Krankheit und den Patienten anders umzugehen, denn eines ist sicher: Es ist mein Leben, mit dem man dort hantiert.“ Das Buch ist am 1. Juni 2010 erschienen. ISBN 9783929925241. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Autorin: www.zanne-van-den-geest.de. Ein Video zum Buch gibt es bei youtube.